VIBRATION4

Datum:29.08.2021
Zeit:18:00 Uhr
Ort: Pfarrkirche Obergesteln
Rozalia Agadjanian, Flöte Raphaelle Rubellin, Flöte Eliane Locher, Flöte Eliane Williner, Flöte   http://www.vibration4.ch/de
Werke von Mozart, Berthomieu, Bozza, Dubois, Salzgeber und Zurbriggen     Sowohl Marc Berthomieu als auch Eugène Bozza sind in der reichen Tradition des französischen Impressionismus aufgewachsen. Beide haben in Paris studiert und die Klangsinnlichkeit und den subtilen Farbenreichtum dieses Stils in ihren Werken weiterleben lassen. Obwohl selber ein ausgezeichneter Geiger, hat Bozza ein äusserst reichhaltiges und oft gespieltes Repertoire mit technisch brillianter Bläserkammermusik hinterlassen.     Pierre-Max Dubois, auch er Franzose, studierte bei Darius Milhaud. Er übernahm dessen Ideen aus der ‘Groupe de Six’ mit ihren kompromisslosen Forderungen nach einer neuen künstlerischen  Sicht auf die Musik  - weg von «den Wellen und Wolken, Wassergeistern und Nachtparfüms» (Jean Cocteau)  hin zu leichtfüssiger Melodik und Harmonie.     Im zweiten Teil des Programms spielen die Flötistinnen zwei Werke aus der Trilogie VIBRATIONS VALAISANNES, in der sie neben dem Klimawandel auch archaische Walliser Themen wie die Suonen und den Eringerkuhkampf musikalisch verarbeiteten.     Der Rarner Tobias Salzgeber schrieb als Auftragswerk für den 3. Teil der Trilogie HORN UM HORN einen ‘Tag der Königinnen’, in dem die beiden Kampfkühe RUSKA UND VEIELETT gegeneinander antreten.     Das Projekt GLETSCHER-REQUIEM, dem ersten Teil der Trilogie VIBRATIONS VALAISANNES, brachten die Flötistinnen 2016 im Bauch des uralten Fee-Gletscher zur Uraufführung. Sie zählten schweizweit zu den Pionierinnen, wenn es um Engagement von Kunst in Bezug auf Nachhaltigkeit und Klimawandel ging.   Andreas Zurbriggen aus Saas-Fee komponierte sein GLETSCHER- REQUIEM als Auftragswerk für den ersten Teil der Trilogie VIBRATIONS VALAISANNES. Das ewige Eis schmilzt. Es kracht und gurgelt in den Bergen. Der Gletscher taut. Ein dauerndes Pfeifen und Stampfen, ein Ächzen, Gurgeln, Malmen und Rumpeln – erzeugt im Bauch von uralten Gletschern. Der vom Menschen über die Welt gebrachte Klimawandel verschont auch sie nicht: Allmählich verschwinden die Gletscher, aber sie verschwinden keineswegs lautlos. Mit hochsensiblen Mikrofonen wurden die Originaltöne vom schmelzenden Gletscher aufgenommen und musikalisch verarbeitet. So entstand ein gurgelndes, rauschendes, krachendes und ächzendes Klagelied des schmelzenden Gletschers.